Besondere Formen
Kalt
Eingetragen von CutMySkin. | Do, 15/01/2009 - 21:14 KurzgeschichteIhre klammen Füße tappten leise über die kalten Fliesen. Das Geräusch hatte etwas Mechanisches an sich. Überhaupt wirkten ihre Bewegungen, als würden sie von einer fremden Macht gesteuert, sie hatte überhaupt keinen Einfluss auf sie. Das Wasser plätscherte in die kalkweiße Wanne, so unschuldig und nichtsahnend von dem, was bald passieren würde. Sie legte den Brief auf den schmuddeligen Bezug der Waschmaschine. Gut sichtbar sollte er sein. Schließlich sollte dieses Dokument erklären, was niemand verstehen würde. Adressiert war es an ihre Eltern. Ihre Eltern, die immer so großzügig über die Wahrheit hinweg gesehen oder wahlweise auch einfach die Augen davor geschlossen hatten. Ihre Eltern, die sie nie verstanden hatten, die nie begriffen hatten, was in ihr vor sich ging.
Steinerne Stille
Eingetragen von Stefan Morbus. | Di, 14/10/2008 - 07:35 Enttäuschung | Erotik | Gesellschaft | Kurzgeschichte | Leben & Tod | Nachdenkliches | Philosophie | Besondere Formen | Sonstiges | GothicEin unnennbares Grauen dringt durch die Flut des steinernen Gebildes der Gedanken: Fremdbestimmer gegen Fremdbestimmte, Wächter gegen Gefangene und die gesprochenen Worte gegen die geschriebene Stille. Niemals wird diese Stille existieren, so lange eine störende Präsenz ihre Nähe nicht aufgibt, um mit Worten wie Dolche das eigene Selbst zu zerstören, bis dieses genauso sein soll wie die störende Präsenz. Für immer bewacht, für immer gefangen und für immer gehasst für das, was man ist, wird sich niemals der freie Geist entwickeln dürfen. Beginnend von den sensiblen Nervenenden bis hin zum tiefsten Grund des Gehirns, hat sich ein dämonisches Wächterwesen manifestiert, um seinen uneingeschränkten Einfluss geltend zu machen. Und doch wird ein verzweifelter Versuch unternommen dem Wesen zu entkommen ... so bleiben nur drei Möglichkeiten: Gelingen der Flucht, Töten des Wächters oder von diesem verschlungen zu werden, um fürderhin die Pein ertragen zu müssen.
Blutige Federn
Eingetragen von Sepulcrum. | Di, 07/10/2008 - 02:22 Besondere FormenEin Schatten.
Eine schnelle Bewegung,
unbemerkt im Mondeslicht.
Tote Gräser liegen starr,
lautlos und unbemerkt.
Die Eule sucht sich ein Versteck.
Fußspuren im Schnee,
schon fast verweht.
Gesang pfeift durch Tannen.
Ein Knurren.
Der Mond ist geflüchtet,
liegt lauernd hinter der Wolke.
Der Morgen bringt Neuschnee.
Keine Spuren sind übrig.
Die Sonne weint vor Kälte,
als würde sie sterben.
Blutschwarze Rose
Eingetragen von Blutschwarze Rose. | Do, 18/09/2008 - 16:01 KurzgeschichteUnter vielen
rote, und weiße
und inmitten dieser
eine schwarze Rose
Schwarze Blüte, schwarzer Schatten
ist sie ganz alleine!
Alle hassen sie, verachten sie
ist sie den so anders?
meiden sie, wie eine Krankheit
treten sie, mit Wort und Tat
Warum nur ist sie anders?
Schwarze Blüte, schwarzer Schatten
rinnendes Blut, die Blätter hinab
Narben ziehen sich tief hinein
In der sonst so schönen Blume
Ein Herbstnachtstraum (Einleitung)
Eingetragen von nocthurn. | Mi, 17/09/2008 - 02:43 SonstigesEinleitung
(letzter Tag des Oktobers; Schreibstube bei Nacht; mit schweren, antiken Möbeln gefüllt; Türen zur Linken, Rechten und im Hintergrund; im Zentrum ein antiker Schreibtisch mit einer Öllampe, daran sitzend ein Schreiber)
Schreiber: So sitz' ich hier, umarmt von Nachtens dunklen Armen.
Und wieder fleh' ich Götter an, habt mit mir Erbarmen!
Ich strebe seit ich denken kann nach Erkenntnis und auch Wissen,
