Zeit mit einer Freundin

Sonstiges | Besondere Formen

„Jungs spielende Fußball, Nein!“, seufzte Simone theatralisch. “ Ich meinte natürlich Fußball spielende Jungs. Wie komm ich nur auf so was?“
„Keine Ahnung, vielleicht warst du mit deinen Gedanken gerade wo anders...“ erwiderte Lena verträumt. Ihr Blick war auf den wolkenfreien, strahlend blauen Frühlingshimmel gerichtet.
Auf der Wiese lagen vereinzelte Gruppen von Jugendlichen; Familien hatten einen Korb zum Picknick mitgenommen und tollten nun zusammen herum. Einige Jungs hatten einen Fußball ausgepackt und bildeten gerade Mannschaften.
Eigentlich gäbe es für Lena noch genügend zu tun, doch trotzdem hatten Simone und sie es sich auf einer verwitterten Holzbank unter einem jadegrünen Lindenbaum gemütlich gemacht.
Wie wäre es wohl, wenn all das nicht passiert wäre, dann würde ich jetzt wahrscheinlich nicht mit Simone auf dieser Bank im Park sitzen, wahrscheinlich wäre ich vor Energie nicht zu stoppen, würde jeden Tag etwas anderes machen. Ich habe mich so verändert,
„Weist du noch, früher hast du immer versucht uns alle zum Volleyball zu überreden. Da haben wir alle uns noch jeden Tag in der Schule gesehen, und jetzt; wusch;“ , sie machte eine Handbewegung, „alle weg und man telefoniert vielleicht alle paar Wochen mal, fragt wie es einem geht, erzählt sich von seinem Alltagsstress und dann muss man auch schon wieder los, in die nächste Vorlesung oder Einkaufen, Informationen für die Dissertation in Bibliotheken, Ämtern, usw. suchen. Irgendwie schade, aber wir beide sehen uns ja noch...“ Simone hatte die ganze Zeit durch während sie geredet hatte resigniert auf eine Gruppe kichernder Mädchen gestarrt. Eine von ihnen hatte schwarz getönte Haare, ebenso geschminkte Augen, trug ein rotschwarzes Top und kurze, schwarze Shorts. Sie hatte gerade grinsend auf einen vorbeigehenden Typen mit einer Deutschlandflagge am Kappi gedeutet; jetzt lachten alle anderen mit. Nur die braunhaarige große drehte beschämt den Kopf zur Seite, sie sagte ihren Freundinnen etwas; ich vermutete, sie wollte ihnen klar machen, dass es nicht nur Supertypen gibt, und es sowieso nicht auf das Aussehen ankam, doch ich konnte meine Theorie nicht bestätigen.
Letztes Jahr um diese Zeit war alles so anders, so schön, doch es würde nicht wieder so werden, zum einen war es einfach unmöglich und zum andern war ich einfach nicht mehr offen für andere. Ich konnte niemandem mehr meine Gefühle anvertrauen, mit niemandem mehr über meine Probleme reden; ich wollte auch niemandem auf die Nerven gehen, ich wusste nicht einmal, was ich wollte, obwohl ich wusste, dass ich es gerne so hätte wie zuvor, nur die Situation um uns sollte eine andere sein.
„Hm, weist du was? Ich hätte jetzt irgendwie Lust auf ein Eis!“ schaltete sich Simone wieder ein.
„Oh, ja, so ein Schokoeisbecher wäre jetzt lecker, mit so einer Waffel in der Sahne und Schirmchen und so.“ das war wirklich eine gute Idee, vielleicht kam ich ja vom Nachdenken weg, wenn ich irgendetwas zu tun hatte. Ich setzte mich abrupt auf „Gehen wir zu der Eisdiele vorne bei der Kreuzung, das Eis dort ist gut“ und dort ist auch immer viel los, fügte ich in Gedanken hinzu. Simone blickte mich überrascht an „Woher die Motivation auf einmal? So kenn ich dich ja gar nicht mehr.“
„Ich bin doch immer noch Ich. Komm, gehen wir Eisessen!“ Ich machte schon die ersten Schritte Richtung Eisdiele, als ich auch Simones Schritte hinter mir hörte.
„Heute ist wirklich schönes Wetter, ich glaub es wird langsam Sommer. Dann nehmen wir uns Urlaub und fahren irgendwohin!“ Ich drehte beim Sprechen meinen Kopf nach hinten und grinste Simone mit meinem perfekt aufgesetzten Lächeln an.
„Aber jetzt holen wir uns zuerst mal unser Eis!“ Und gemeinsam gingen wir die Straße entlang, vorbei an dem McDonalds zur Eisdiele.

(wir sollten einfach eine Kurzgeschichte im deutschunterricht schreiben ^^)