Erwins Dämon
Erwins Dämon
Der Erwin, der hat nen Dämonen in sich,
der nährt und ernährt ihn, legt zu an Gewicht
Er mästet ihn, denn er hat noch nicht genug,
gerad’ um zu verleugnen den eignen Betrug.
Längst hat er ergeben sich seinem Schicksal,
der Erwin, der nichts sieht als Pflichten und Qual.
Er schuftet bis abends für’s gemeine Wohl,
für Chef und Familie –ihm bleibt Alkohol.
Dämon, Dämon, Dämonen in mir
Ich brauch jetzt mal ne Curry und n kühles Glas Bier
Vision, Vision, ich hab ne Vision
Einmal ne Pommes rot-weiß, für mich ne extra Portion
Sauerkraut, Eisbein und Kassler in Mengen,
das Bier schmeckt so gut, kann den Kummer verdrängen.
Und mag ihn der Schmerz auch noch so bedrücken,
ein kühler Bordeaux mag den Erwin beglücken.
Die eigenen Träume schon lange vergessen,
kann Erwin nur saufen und saufen, ja fressen
Der Blutdruck, er bringt Erwins Herz zum erglüh’n,
ihn plagt schon seit Jahren das Cholesterin.
Dämon, Dämon, Dämonen in mir
Ich brauch jetzt mal ne Curry und n kühles Glas Bier
Vision, Vision, ich hab ne Vision
Einmal ne Pommes rot-weiß, für mich ne extra Portion
Sein Eheweib redet Tag aus und Tag ein
Auf Erwin, den Armen, auf ihn immer drein:
„Hör auf, ach Erwin, hör doch auf zu schlingen.“
Doch weiss er ihr nur liebes Geld heim zu bringen.
Für Schuhe und Haushalt, für Kleider und Schmuck
Für abends zum Weggehen, für Urlaub und Prunk.
Die Dekoration an den Wänden muss stimmen
Bringt er ihr, was sie will, mag er sie gewinnen.
Dämon, Dämon, Dämonen in mir
Ich brauch jetzt mal ne Curry und n kühles Glas Bier
Vision, Vision, ich hab ne Vision
Einmal ne Pommes rot-weiß, für mich ne extra Portion
Ihr Haus, es ist zwar schon groß aber alt.
„Und bist Du nicht willig so brauch ich Gewalt
-mach doch noch daraus eine Villa gar fein,
So magst Du mein Mann, mein Traumprinz doch sein!“
Die beiden sie sind schon zwar weit über sechzig,
der Beutel voll Schulden, die Falle sie schließt sich.
„Ich will noch ne Küche, am Garten, für mich,
so bau sie mir doch, ... die Wände sind schimmlig!
Dämon, Dämon, Dämonen in mir
Ich brauch jetzt mal ne Curry und n kühles Glas Bier
Vision, Vision, ich hab ne Vision
Einmal ne Pommes rot-weiß, für mich ne extra Portion
Das Fundament, das ist auch nicht mehr das Beste... .
Vielleicht ziehen wir um, will feiern noch Feste,
Mit Freunden, die wir lang, schon lange vermisst,
Bevor uns hier noch unser Adelssitz frisst.“
Doch Erwin, der ist nur noch müde und stumm.
Befolgt pflichtbewusst und macht sich für sie krumm.
Das eigene Glück, ja das sieht er nicht mehr
Hofft bloß noch auf Frieden, der für immer wär.
Dämon, Dämon, Dämonen in mir
Ich brauch jetzt mal ne Curry und n kühles Glas Bier
Vision, Vision, ich hab ne Vision
Einmal ne Pommes rot-weiß, für mich ne extra Portion
Und find er ihn gar nicht, hier auf dieser Erden
Dann wird er ihn finden, liegt er erst im Sterben.
Solange tut Erwin, wie man ihm geheißen.
Nach Braten und Bier, wird er ins Grase beißen.
Dämon, Dämon, Dämonen in mir
Ich brauch jetzt mal ne Curry und n kühles Glas Bier
Vision, Vision, ich hab ne Vision
Einmal ne Pommes rot-weiß, für mich ne extra Portion
Es bleibt ihm das Essen, als einzges Vernügen.
So kann er vergessen, sich weiter belügen.
Und kommt dann der Tag, an dem Erwin erliegt
Dem Herzinfarkt, Schlaganfall, den er dann kriegt
Wird auf seinem Grabstein dieses wohl stehen:
„Der Erwin, der hatte nen Dämon in sich drin“
Dämon, Dämon, Dämonen in mir
Ich brauch jetzt mal ne Curry und n kühles Glas Bier
Vision, Vision, ich hab ne Vision
Einmal ne Pommes rot-weiß, für mich ne extra Portion