Emily Rose - Der beflügelte Tod
Es war Dienstag und der Vollmond strahlte am düsteren wolkenlosen Nachthimmel als Emily allein eine einsame Straße entlang wanderte. Sie war barfuß und Blut tropfte von ihren Armen auf ihr weisses Kleid herab.
Emily weinte. Ihre Tränen und ihre schwarzen Haare schimmerten im finsteren Licht des Mondes als wären sie aus schwarzem Eis.
Emily ging eine Zeit lang die dunkle Straße, welche nur von ein paar Laternen spärlich beleuchtet wurde entlang.
Als sie an eine kleine aber hohe Brücke kam blieb die stehen. Sie stützte sich auf das kalte eiserne Geländer der Brücke, blickte hinunter und beobachtete eine Zeit lang den darunter tosenden Fluss.
Emily schwelgte etwas in ihren traurigen Erinnerungen und dachte dabei an die furchtbaren Ereignisse des vergangenen Tages. Sie wirkte wie in Trance als sie das Geländer der Brücke hinaufkletterte.
Sie stand nun auf dem wackeligen Geländer der Brücke, mitten im Nirgendwo, im Licht des Vollmondes und ein eiskalter Wind wehte durch ihre Haare und durch ihr weiss-rotes Kleid, welches sich vor lauter nässe kaum noch im Wind bewegte.
Emily Rose dachte noch einmal an alles was sie heute verloren hat und wie einsam ihr Leben ist, als sie kurz darauf einen kleinen Schritt nach vorn machte. Sie kippte vorn über in Richtung des dunklen Abgrunds. Ihr kam der Weg nach unten wie eine bodenlose Ewigkeit vor und während sie fiel, sehnte sie sich, nach dem erlösenden Aufschlag.
Nach einem endlos scheinenden Fall, hatte Emilys Wunsch dann doch noch endlich erfüllt. Dem Wunsch nach Erlösung.